
4. Tag – Donnerstag
Romanshorn – Schwägalp – Säntis – Schwägalp – Romanshorn
Vor Ort wurden wir bereits erwartet um Einblick in die Milchverarbeitung und Käseproduktion einer Schweizer Alpkäserei zu bekommen. Käse und Milch konnten im Anschluss gekostet werden. Das Urteil reichte von lecker bis grauslig stinkend. Naja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.
Tja und nun nahmen wir die rund 1200 Höhenmeter, die wir uns vorgenommen hatten, in Angriff. Manch einer hätte wohl bereits jetzt der Mut verlassen, wäre ihm bewusst gewesen, was ihn die nächsten Stunden erwarten würde. Aber gerade das ist ja das Angenehme beim Wandern. Während des Aufstiegs gilt die Konzentration immer einfach nur dem nächsten Schritt und nicht so sehr der gesamten Strecke.
Die ersten Schneefelder brachten wir gut hinter uns und so konnten auch die folgenden, die mit der Höhe an Größe zunahmen, uns nichts mehr anhaben.
Nach anfänglich grasig-steinigem Gelände wurde der Aufstieg nach und nach felsiger, bis ausschließlich Fels und Schnee unsere Wanderung bestimmten.
Mittagsrast gönnten wir uns bei der Tierwieshütte. Die eingepackte Jause schmeckte in der Höhenluft und nach den bereits hinter uns liegenden Höhenmetern umso besser, zudem konnte man hier nun bereits den Gipfel wieder sehen und so weit sah das letzte Wegstück eigentlich gar nicht mehr aus. Wir sollten uns täuschen.
Schnee, scharfe Karstfelsen und unauffindbare Wegmarkierungen machten uns nach der Mittagsrast zu schaffen und brachten den einen oder anderen an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.
"Stütze 2" hätte die Gelegenheit geboten in die Schwebebahn zuzusteigen. Nach einem kurzen, basisdemokratischen Intermezzo und einem dringend anstehenden Klogang der Damen (im Beautysalon zum karstigen Felsen) gings weiter in Richtung Gipfel. Der letzte Anstieg forderte noch einmal alles. Mit dem Ziel vor Augen und grollendem Donnergeräusch im Nacken, trotzten aber alle den brennenden Muskeln und schafften den Aufstieg.
Was für ein Gefühl! Endlich oben. Ganz oben. Am Gipfel. Wow! Ein unbeschreibliches Gefühl. Die Aussicht ist traumhaft. Aber darum ging es erstrangig nicht. Nein, es ging um dieses Gefühl, miteinander etwas geschafft zu haben. Ganz rauf. Gemeinsam den Gipfel bezwungen zu haben. Für uns Lehrer war es schön zu beobachten, wie alle Schüler aufeinander Acht hatten in diesen intensiven Stunden des Aufstiegs.
Die Schwebebahn brachte uns in wenigen Minuten wieder runter auf die Schwägalp. In der Bahn gestand uns die zuständig Bergführerin, dass wir den ganzen Tag über von der Berg- und der Talstation aus mit Feldstechern beobachet wurden. Man war sich nicht sicher, ob wir den Aufstieg bis ganz rauf schaffen würden. Jetzt zeigten sie sich beeindruckt. Wir habens geschafft! Danke lieber Gott, dass du Acht auf uns hattest und wir dieses Abenteuer (und für viele Kinder eine wichtige Erfahrung im Bereich Überwindung) miteinander erleben durften.
Auf der Schwägalp gings ab in die Busse (in dem die Mädchen spontan ihre Freude im Lob an Gott ausdrücken wollten) und bereits nach einigen Metern Fahrt setzte der Regen ein. Trotz des Regens war uns allen aber nach ein bisschen mehr Wasser. Baden! In Romanshorn und Umgebung gibt es aber kein Hallenbad. Doch, nachdem das Freibad beheizt wird, war der Beschluss, dass uns der Regen eigentlich beim Baden nicht wirklich stört, schnell getroffen. Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zeit hüpften alle bei unserm Quartier aus den Autos um zwei Minuten später wieder mit ihren Badesachen in den Bussen zu sitzen. Da das Bad nur noch eine Stunde offen haben sollte und aufgrund des durchzogenen Wetters, bekamen wir einen sehr anständigen Eintrittspreis (ja auch das soll es in der Schweiz geben, man höre und staune).
Eingeweicht und gesäubert gings zurück in unsere Homebase, wo uns bereits ein leckeres Essen erwartete. Über mangelnden Hunger konnten wir uns nicht beklagen, so langten wir tüchtig zu.
Gewohntes Abendritual und dann ein bisschen früher, als die anderen Abende, ab auf die Matten. Gute Nacht! laae