
Wie das Konzept in der Realität umgesetzt werden kann wollten sich zwei Lehrerinnen aus Baden-Württemberg anschauen und so besuchten sie für zwei Tage unsere Schule.
Im Unterricht wirkt sich IFL zum Beispiel ganz konkret so aus, dass nach der Andacht über Mephiboscheth, dem Gelähmten, den König David zu sich in den Palast holen ließ, über den Umgang mit Blinden, Gehörlosen, Gelähmten gesprochen wird und ein Fantasieaufsatz mit dem Thema „Als ich erwachte war ich blind/gehörlos/gelähmt…“ geschrieben wird. Religion ist somit unser Integrationsfaktor für den fächerübergreifenden Unterricht.
Wie unser Student, der regelmäßig einmal in der Woche zu uns in die Schule kam, das Konzept IFL in unserer Schule dieses Semester erlebte, berichtete er wie folgt:
„Zu Beginn dieses Semesters bin ich gefragt worden, ob ich denn bereit wäre, die Praxis in einer Schule zu absolvieren, in der die Religion eine größere Rolle spielt als in den anderen Schulen, in welchen die StudentInnen ansonsten ihre Praxisstunden verbringen. Ich dachte mir zu dieser Zeit, dass das eine einmalige Chance sei, so etwas erleben zu können – eine Chance, die man vermutlich im weiteren Verlauf des Studiums in dieser Form nicht mehr erhalten würde. In jenem Moment wusste ich noch keineswegs genau, was mich da erwarten würde, wollte mich aber auf jeden Fall auf diese neue Erfahrung einlassen und so viel wie möglich mitnehmen.
Nun kann ich sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass ich meine Praxiszeit an der Adventistischen VS in Linz verbringen durfte, zumal ich hier viel Neues kennen gelernt habe, woran ich in meiner bisherigen Ausbildungszeit wohl noch gar einmal gedacht hatte.
Die allgemeine Ansicht und das Leitthema dieser Schule, dass Glaube und Wissen miteinander verbunden sind und die Religion also überall eingesetzt werden kann, ist nicht nur faszinierend, sondern auch von Bedeutung für mein weiteres Leben als Lehrer.(…) An dieser Schule habe ich gelernt, dass es für viele Themenbereiche der Schule, die mit dem Lehrplan in Verbindung stehen, einen Zugang über den Glauben gibt und die Bibel als Ausgangsbasis herangezogen werden kann. Mir ist bewusst, dass man in anderen Schulen oft nicht wie in der Adventistischen VS auf die Lektüre der Bibel und schon gar nicht auf Stunden der Andacht aufbauen kann, da anderswo der Religionsunterricht klar vom allgemeinen Unterricht getrennt ist. An anderen Schulen, die keine Privatschulen sind, treffen viele verschiedene Glaubensrichtungen und gänzlich verschiedene religiöse Hintergründe aufeinander, sodass dieser Umstand erklärt werden kann. (…)
Ich habe festgestellt, dass sich der freundliche Umgang der LehrerInnen und SchülerInnen miteinander, der meiner Meinung nach eben auf dieses angesprochene Grundprinzip der Schule zurückgeführt werden kann, sehr positiv auf das Lernklima und das Klima in der Schule generell auswirkt. (…) Ich habe mich von der ersten Stunde an in der Klasse wohl gefühlt und gemerkt, dass das Unterrichten nicht nur um vieles angenehmer und entspannter ist, sondern eben auch die SchülerInnen mehr vom Unterricht haben. Ich möchte einmal, dass die SchülerInnen in meiner Klasse bzw. Schule auch ein Verhalten an den Tag legen, das es so angenehm für alle macht und möchte mich bemühen, auch so ein Vorbild zu sein, so wie es den Kindern an dieser Schule vorgelebt wird. Florian Blasl“